Was ist Pucken?

Das Pucken ist eine besondere Wickeltechnik, bei der Babys in den ersten 3-4 Lebensmonaten eng in ein Tuch eingewickelt werden. Dabei handelt es sich um eine sehr alte Wickelmethode, die noch heute von vielen Hebammen empfohlen wird.

Ist das nicht unangenehm für mein Baby?

Nein, ganz im Gegenteil: Säuglinge werden durch das Pucken in der Regel ruhiger, entspannter und fühlen sich geborgener. Es wird eine ähnliche Umgebung geschaffen wie im Mutterleib und in dieser Enge hat sich ihr Baby 9 Monate lang wohl gefühlt.

Wann pucken

Säuglinge sollten generell zum Schlafen gepuckt werden. Wenn ihr Baby sehr unruhig ist und dadurch nur schlecht trinkt, können sie es auch während des Trinkens schon pucken. Frühchen kann man auf jeden Fall bis zum eigentlichen Entbindungstermin ständig in ein Pucktuch wickeln.

Warum pucken?   -  Die Vorteile

  • weil gepuckte Babys besser schlafen, sich schneller beruhigen, seltener spontan aufwachen und  längere Tiefschlaf-Phasen haben.
  • weil eine geringere Gefahr besteht, am plötzlichen Kindstod zu sterben, da ihr Baby besser und nicht in Bauchlage schläft.
  • weil sich bei Schreibabys die Dauer und Intensität des Schreiens reduziert
  • weil Puckbabys wesentlich seltener durch den Moro-Reflex (unkontrollierte Arm- und Beinbewegungen) aufwachen.
  • weil beim Schlafen der Übergang von der Gebärmutter in ein großes Kinderbettchen sanfter verläuft

Wann nicht pucken?  -  Die Nachteile

  • Sie sollten nicht pucken, wenn Ihr Baby Fieber hat, oder wenn mit Fieber zu rechnen ist. So wird ein gefährlicher Hitzestau verhindert.
  • Wenn Ihr Baby breit gewickelt werden muss, eine Spreizhose braucht oder eine Hüft-Beuge-Schiene, sollten Sie vorher Ihren Kinderarzt fragen. Dann sollten Sie während dieser Zeit eine Methode wählen, bei der die Beinchen weit abgespreizt werden können und die Arme gepuckt werden.

Wann anfangen?

Am besten fangen sie mit dem Pucken direkt nach der Geburt an, dann ist ihr Baby noch sehr an die enge Gebärmutter gewöhnt. Aber auch ein späterer Einstieg (bis zum 3. Monat) ist möglich. Rechnen sie dann bitte einige Tage Eingewöhnungszeit ein.

Wann aufhören?

Eine generelle Empfehlung ist ab dem 4. bis 5. Monat, einige Babys brauchen die räumliche Begrenzung jedoch länger. Sie sollten jedoch nicht mehr pucken, wenn sich ihr Baby evtl. vom Rücken auf den Bauch rollen könnte, während es gepuckt ist. (was sehr unwahrscheinlich ist). Sie sollten auch keine  Puckhilfe mehr verwenden, wenn Ihr Baby stark- oder groß  genug ist, sich aus dieser zu befreien.

Wie das gepuckt sein abgewöhnen?

Meist entsteht dieses Problem erst gar nicht, z.B. weil das Baby auch im Bett mit seine Händchen spielen möchte, die es mittlerweile kontrolliert bewegen kann. Hier aber noch ein paar Tipps: Wenn sie ein Pucktuch verwenden, binden sie es einige Nächte lang immer etwas lockerer. So schleicht sich das Pucken von allein aus. Wenn sie einen komplett geschlossenen Pucksack verwenden, binden sie noch eine dünne Decke über den Pucksack und klemmen sie an beiden Seiten unter die Matratze. Wenn Sie den Pucksack weglassen, nutzen sie noch einige Tage die stramme Decke und da sich ihr kleiner Schatz da leicht „locker wühlen“ kann, entwöhnt er sich quasi selbst.

Sommer und Winter

Wenn es im Sommer sehr warm ist, können sie Ihr Baby nur mit Windel pucken. Im Winter können sie es sowohl unter dem Pucksack wärmer anziehen, als auch über dem Pucksack eine entsprechende Decke verwenden. Überprüfen sie jeweils die Füßchen (ob diese kalt sind) und den Nacken des Babys (ob er verschwitzt ist), um entsprechende Kleidung zu wählen.

Pucken mit Decke, Tuch oder Sack ?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, ihr Kind zu pucken. Sie können ihr Kind mit einem quadratischen Tuch pucken, daraus können sich Säuglinge aber am einfachsten befreien. Mittlerweile gibt es neben Pucktüchern und -decken auch spezielle Ganzkörper-Pucksäcke, z.b. von SwaddleMe, die wesentlich einfacher zu handhaben sind. Sie legen ihr Kind in eine Art Fußsack und schließen die beiden Enden über den Armen ganz einfach mit Klettverschlüssen.